16 Stunden in einem indischen TAXI verloren!

Mit diesem Schreiben empfehle ich es niemanden eine laengere Fahrt mit dem Taxi in Indien zu unternehmen. Nach 16 stuendiger Irrfahrt durch Sued- und Zentralindien, genauer genommen durch Kerala, Tamil Nadu und Karnataka sind wir im wunderschoenen Hampi angekommen.

Alles begann Kochi als wir beschlossen uns ein paar Spaniern anzuschliessen, die wir in Palolem kennengelernt hatten und mit denen wir in Kontakt geblieben waren. Gemeinsam beschlossen wir nach Ooty, eine Stadt in 2500 Meter Hoehe in Tamil Nadu zu reisen. Sylvi und ich gingen am Nachmittag zum Bahnhof und checkten die Zuege. Unsere Fahrt sollte ueber Combatoire und dann ggf. mit dem Bus weiter Richtung Ooty gehen. Da wir sehr knapp am Schalter waren gab es nur noch Plaetze im ersten Wagen. Dieser ist oft fuer Gepaeck oder Behinderte vorgesehen. Das Ticket war dafuer ein Schnaeppchen, fuer eine 4 stuendige Zughafrt im Stehen oder sitzen auf dem Boden haben wir lediglich 55 Rupien bezahlt, das sind circa 70 Cent. Erschwinglich. War eine lustige Fahrt. Ein kleines Abteil mit 20 indischen Maenner, 2 indischen Frauen, 4 Spaniern , Sylvie und Ines und eine paar riesige Rucksaecke. Die Fahrt ging realtiv schnell vorbei. Um Mitternacht waren wir in Combatoire und bezogen ein riesiges Zimmer. Abendverpflegung waren Chips und Kekse, es gab weder Bar noch Restaurant um diese Zeit. Am naeschten Morgen ging es mit dem ersten Taxi Richtung Ooty.

Unser Mini Taxi fuer 6 Personen nach Ooty!

Unser Mini Taxi fuer 6 Personen nach Ooty!

Fragt mich nicht wie, aber wir haben alle in den kleinen Wagen hineingepasst und hatten eine wunderschoene Fahrt. Hoch in die Berge sind wir gefahren, wunderschoene Landschaft, Teeplantagen und Gewuerzanbau konnten wir bestaunen. Das erste Mal haben wir richtig gefroren, denn uns war nicht klar, wie kalt es auch in Indien sein kann so weit oben in den Bergen. Es war so kalt, dass eine der ersten Amtshandlungen in Ooty einkaufen war und zwar einen warmen Pulli und ein Jacke musste erstemal eingekauft werden. Die Abendwaerme in unserem eigenen Cottage wurde mit dicken Decken und Rum gezaubert. Nach zwei Tagen beschlossen wir den Aufbruch. Die Spanier wollten so schnell wie nur moeglich weiterreisen, sie haben insgesamt nur 3 Wochen und wollten keine Zeit verlieren, so dass sie sich dafuer entschieden, statt des ueblichen VErkehrsmittels, dem Bus und dem Zug, welche uns immer gute Dienste bisher leisteten in Indien, ein eigenes Taxi zu mieten, welches uns nach Hampi bringen sollte. Als am naechsten Morgen der Taxifahrer vor der Tuer stand und uns eroeffnete, dass er den Weg eigentlich gar nicht kennt, da haetten Sylvi und meine Erfahrungsgloeckchen bereits bimmeln sollen… . Eigentlich war ich am Tag davor bereits wenig begeistert von der Taxi Idee, da alles andere um einiges billiger gewesen waere. Aber ich willigte ein. Nun stand er da, der liebe Mann geschickt von seinem Boss und weiss lediglich den Weg bis Mysore, das sind 150 km Weg. Bis Hampi sind es so circa 600 km. Immerhin hatten wir einen relativ bequemen Jeep, der genug Platz hatte, nicht genug zum hinlegen und schlafen , aber immernoch mehr, als der Minibus zwei Tage zuvor. Bis Mysore brauchten wir fast 5 Stunden. Wow kann ich nur sagen. Wie lange wird der Restweg dann dauern. Wir hatten viel Spass unterwegs. Wir hielten staendig an, unser grossgewachsener Inder steckte dann den Kopf aus dem Fenster und schrie in die Ferne: HAMPI, HAMPI!? Wohl immer wieder die Hoffnung, das jemand antwortete. Irgendjemand tat es immer. Als wir nach 8 Stunden endlich einen Highway errreichten war ich echt froh, doch auch hier lies er sich nicht darauf ein, schneller zu fahren, so fuhren wir weiter mit 60 kmH gemuetlich ueber die Autobahn. Es folgten unendlich viele Schlagloecher und eine Menge Zeit bis wir 5.30Uhr in der frueh Hampi erreichten. Er war fertig, das konnte man an seinen rotunterlaufenen Augen sehen, selbstverstaendlich konnten wir ihn nicht davon ueberzeugen zwischendurch mal eine Schlafpause zu machen! Es wird abgebucht unter Erfahrung in Indien. Fantastisch unglaublich, Incredible India!

~ von dinaines am August 18, 2008.

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