Sonnenaufgaenge und Sonnenuntergaenge in Indien

Diese erleben wir viele hier.  Ganz wunderbare an besonderen Orten.  Nach  zwei Wochen sind wir wieder in Palolem Beach in Goa angekommen. Hergefahren hat uns dieses Mal ein Bus aus Hospet. Das liegt 12 km vor der Ruinenstadt Hampi. Wir haben das erste Mal in Indien eine wirklich lange Tour mit dem Bus gewagt und ich muss sagen, dass es abgesehen von dem ganz furchtbaren Geraeuschen, die der Bus die ganze Fahrt ueber machte ueberraschend gut war, da er 1 1/2 Stunden frueher als erwartet am Ziel ankam. Ich hatte bei der Buchung erwartet, dass es ein etwas modernerer Reisebus sein wuerde, als ich den Bus dann sah, bekam ich schon Zweifel bei der Vorstellung die naechsten 12 Stunden darin zu verbringen. Er war weder neu noch wirklich modern, die versprochene Aircondition gab es auch nur durch die kuehle Fahrtluft von draussen durchs geoeffnete Fenster. Wir hatten Schlafsitze gebucht, diese befanden sich zweitetagig unmittelbar ueber den normalen Sitzen und hatten eine Groesse von 1,70 Meter Laenge mal 1,30 Breite. Diese  Liegeflaeche durften sich dann zwei Menschen teilen. Ich lag neben einem deutschsprechenden Portugiesen. Ich muss dazu sagen, dass im ganzen Bus nur weisse Traveller waren, Franzosen, Estlaender, Spanier, Deutsche, Englaender. Ich hatte den Schlafplatz am Gang erwischt, da die Liegeflaeche so schmall war, und ich nicht das Beduerfnis verspuerte mich dicht an den Portugiesen anzukuscheln, konnte ich aus Furcht in die Tiefe zu Stuerze mich nicht wirklich entspannen im Liegen und schlafen. Es war dennoch eine angenehme Fahrt, auch wenn das Fenster neben mir nicht zu schliessen ging und der Bus in Minutenabstaenden Geraeusche wie ein gasgebendes Motorrad von sich gab, dann wurde er wieder leise und so langsam, dass ich jederzeit vermutete, dass er stehenbleiben wuerde. Das war nicht der Fall, er bremste nur regelmaessig ab um eine der irrsinigen Geschwindigkeitsbegrenzungen indischer Strassen zu ueberrollen. Das sind Streifen auf den Strassen wie Bordsteine, ausser auf dem Highway gibt es die wohl ueberall. Die Inder fahren auch so  sehr defensiv und entspannt, dass ich mich frage ob sie in der Masse von Noeten sind. Dennoch rief ploetzlich der Busfahrer: „Palolem!“ Ich fragte mich ob ich richtig gehoert hatte, da es erst 4 Uhr morgens war, doch es war richtig. Mit einer Truppe  bestehend aus Deutschen, Schweitzern, Englaender und Gibraltaner liefen wir von der Kreuzung aus dann Richtung Palolem Beach, ein 2 km Marsch mit einer viel zu grossen Masse an Gepaeck auf dem Ruecken lag vor uns. Nach einem Kilometer erreichten wir die erste Bar zu der wir auch gleich hineingerufen wurden, ein paar Drinks zu uns nahmen, Pool spielten und schliesslich noch fruehstueckten, bis es gegen  7 Uhr dann im Sonnenschein Richtung Strand auf Hotelsuche ging. Alles hat also wunderbar geklappt. Wir schlafen im selben Hotel wie beim letzten Mal. Das Wetter ist fantastisch, so dass wir den Strand und seine Umgebung geniessen koennen.

Am ersten Tag habe ich einen Ausflug auf zwei nahegelegene Inseln gemacht, diese koennen nur bei Ebbe zu Fuss erreicht werden. Dann kann man durchs Wasser laufen und wir nur bis zum Bauchnabel nass, die Taschen koennen hoch in die Luefte gehalten werden. Die erste Insel herbergte viele Affen und gab einen wunderbaren Ausblick aufs Meer, bis wir auf die zweite konnten, mussten wir noch eine Weile warten, bis die Flut weiter zurueckgegangen war. Diese Insel durchquerten wir  in Hitze und Feuchtigkeit, es war wie im Dschungel, der Weg war verwachsen , wir schluepften durch Schlingpflanzen und schmale Steinpfade vorbei an tropischen Blueten und Dornen. Am Ende landeten wir auf riesigen Felsvorspruengen, die einen „NUR MEER“ Ausblick gaben und mich traeumen liessen, am liebsten hineinzuspringen und in den weiten zu verschwinden, gemeinsam mit den Delphinen die aus der Ferne zu sehen waren. Traumhaft. Diesen Ausflug konnte ich dank Nalesh, einem Einheimischen machen, jeder Tourist wuerde wohl kaum zu dem Platz finden, da er auch nicht den richtigen Weg uebers Wasser zur richtigen Zeit kennt. Zurueck ging es dann am Ufer der Insel ueber die Felsen, das war eine geniale einstuendige Klettertour.

Unser Sonnenuntergang erlebten wir dann gestern am Copa De Rama Beach. Gemietete Motobikes brachten uns erst zum Copa De Rama Fort, eine alte Festung der Portugiesen, im Anschluss sind wir zum Copa de Rama Beach gefahren, ein einsamer Bilderbuchstrand inmitten von Palmenwaelder. Hier sind wir dann auch baden gegangen und haben uns in die Wellen geschmissen. Da wir alleine waren konnten wir es freizuegig geniessen in den Wellen umherzuspringen.

Die Landschaft um Palolem ist einfach wunderschoen, gruen, unberuehrt , voller Waelder, Baeume, wilden Tieren, kleinen Haeuschen und Strassen die am Rand noch wild bewachsen sind. Tropisches Vergnuegen.

Den letzten einzigartigen Sonnenaufgang erlebte ich in Hampi. Dafuer bin ich 5 Uhr aufgestanden um dann in einer Rikshaw mit einem Einheimischen zu abgelegenen wohl einer der hoechsten Felsen inmitten der Wuestenaehnlichen Landschaft zu fahren. Moenchsgesaenge und vom unten am Felsen gelegenen Tempel und neugierige Affenkoepfe begleiteten den Sonnenaufgang der von oben aus in Stille und Frieden meditativ zu beobachten war. Ein weiteres Einzigartiges Erlebnis a la India.

~ von dinaines am August 23, 2008.

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